Neue Boutique von BELLER in einem historischen Bürgerhaus in Krakau
Die neue Boutique von BELLER ist in einem historischen Bürgerhaus am Szczepański-Platz entstanden, unweit des Stary Teatr, des nach Helena Modrzejewska benannten Alten Theaters. Das Interieur, entworfen von der geschätzten Architektin Zofia Wyganowska, bildet eine diskrete Kulisse für schönen, von Hand gefertigten Schmuck. Der geometrische Raum, getragen von hochwertigen Materialien, strengen Formen und weichem Licht, lässt uns darin eintauchen wie Alice ins Wunderland. „Wir glauben an eine Adresse direkt an der Straße und an das Ritual des täglichen Spaziergangs, der sich in etwas Außergewöhnliches, Filmreifes verwandeln kann“, sagt der Gründer der Marke, Błażej Baar.
„Schon lange dachten wir daran, eine neue Boutique von BELLER zu eröffnen, eine Schwester derjenigen in der Warschauer Mokotowska-Straße. Krakau, eine Stadt mit reicher Geschichte und kulturellem Erbe, erschien uns als geradezu prädestinierter Ort“, sagt Błażej Baar, der Gründer der Marke. Und er fügt hinzu: „Wir haben eine Wunschlage am Szczepański-Platz gewählt, unweit des Alten Theaters, in einem historischen Bürgerhaus mit einer schönen Rustika an der Fassade und einem einzigartigen Tonnengewölbe. Später stellte sich heraus, dass das Gewölbe wunderbar mit den Bögen des Buchstabens B in unserem Logo korrespondiert. Wir waren immer mit Kultur, Kunst, Architektur und Design verbunden, deshalb erschien uns diese Umgebung ideal. Wir hatten auch das Gefühl, dass wir genau hier unsere künftigen Kundinnen und Kunden treffen würden.“
Die intimen 35 m² und die spektakuläre Raumhöhe haben ihnen den Kopf verdreht. Der Raum erinnerte an kleine Handwerksboutiquen alter Schule, wie man sie in Berlin oder Kopenhagen entdecken kann. „Wir glauben an eine Adresse direkt an der Straße und an das Ritual des täglichen Spaziergangs, der sich in etwas Außergewöhnliches, Filmreifes verwandeln kann. Wir möchten eine Gewohnheit wiederbeleben, die in Polen noch zur Zeit der Volksrepublik sehr lebendig war und die über viele Jahre von riesigen Einkaufszentren verdrängt wurde“, ergänzt Patrycja Procner, die Markenmanagerin von BELLER.
Minimalismus der Komposition und Strenge der Formen
Für die Gestaltung des neuen Raums luden sie Zofia Wyganowska ein, die bereits das Konzept der Warschauer Boutique entworfen hatte. Es war ihnen wichtig, dass beide Boutiquen eine zusammenhängende Geschichte erzählen, und da sie sich beim ersten Umbau angefreundet hatten, war der Prozess wie immer kreativ und angenehm. Zofia, die die ersten Ideenrunden zum Konzept des Interieurs im neunten Schwangerschaftsmonat führte, übergab die fertigen Räume bereits als Mutter.
„Die Boutique von BELLER in der Hauptstadt ist aus weißem Stein, aber mit einem großen Anteil Stahl und mit Details aus Messing“, beschreibt die Architektin. „Ich wollte, dass die Krakauer Boutique minimalistischer wird, weniger dekorativ. Inzwischen bin ich ein wenig gereift, habe mich verändert und verstanden, dass man Schmuck am besten zur Geltung bringt, wenn man mit der Komposition spielt, mit der Strenge der Formen und Materialien. Schmuck braucht keine aufwendige Inszenierung, sondern vielmehr einen fein nuancierten Hintergrund“, ergänzt Zofia Wyganowska.
Wie bei der Warschauer Boutique wurde auch in Krakau die vorgefundene Bausubstanz zum Ausgangspunkt. „Wir haben uns auf die Bogenform des Gewölbes konzentriert und seine Schönheit betont, daher der Spiegel, der den hinteren Bereich abtrennt. Die Spiegelfläche bedeckt die ganze Wand und verbirgt die Tür, die man nur an einer dezenten Messingklinke erkennt“, erklärt die Architektin. Der Umriss des Spiegels wurde mit LEDs hinterleuchtet und bildet einen Lichtspalt, der die Form der Decke nachzeichnet. Durch die Spiegelungen entsteht der Eindruck eines optischen Tunnels, eines Kaninchenbaus, durch den man ins Wunderland gelangt.
Stein, Stahl, Putz: Der diskrete Charme des Hintergrunds
Alle in der Boutique verwendeten Materialien sind natürlich. Sorgfältig ausgewählt, mit interessanter Struktur oder Oberfläche, konkurrieren sie nicht mit dem Schmuck, sondern bilden einen harmonischen, stilistisch zurückhaltenden Hintergrund. An den Wänden wurde anstelle von rostrotem Ziegel ein natürlicher Kalkzementputz in gebrochenem Weiß aufgetragen, wie er für Bürgerhäuser dieser Art typisch ist. Die Mitte der Boutique gliedern zwei Inseln aus mattem Marmor: die Hauptinsel aus Calacatta mit goldener Äderung und die Empfangsinsel aus cremefarbenem perlino bianco. Aus dem Stein, der beim Zuschnitt der größeren Blöcke übrig blieb, entstanden geometrische Präsentationssockel.
Diesmal wählte Zofia statt Messing, aus dem nur die Türklinke und die Buchstaben auf dem Spiegel bestehen, graphitfarbenen Stahl. Handwerker fertigten daraus die Vitrinen an den Wänden. Organisch und roh wirken auch die einzelnen Möbel, eine Bank und ein Sessel von 101CPH. „Meist sitzen darauf die Herren und warten geduldig auf ihre Partnerinnen“, sagt Patrycja Procner lachend.
„Auch wenn der Entwurf auf den ersten Blick sehr brav wirken mag, spielen wir darin mit der Komposition, mit Asymmetrie“, sagt Zofia Wyganowska. Und sie fügt hinzu: „Die Inseln sind gegeneinander versetzt, an den Wänden haben wir auf der einen Seite zwei Reihen Regale, auf der anderen nur eine.“
Die Hauptachse des Interieurs bilden drei Meter hohe Leuchten, die Jakub Szkaradek von Lexavala als Sonderanfertigung entworfen hat. Das geriffelte Kristallglas betont die Proportionen des Raums auf wunderbare Weise. „Als bei der Montage eine der zerbrechlichen Leuchten zersprang, wussten wir: Das ist fast so, als zerbräche man beim Anstoßen kostbare Gläser. Wir deuteten es als das einzig mögliche Zeichen: Glück an der neuen Adresse“, erinnert sich die Architektin.
Die Boutique von BELLER befindet sich in Krakau, Szczepańska 9. Den Entwurf realisierte Zofia Wyganowska an der Spitze eines Teams aus Agata Melerska, Magdalena Romanowska und Weronika Wilkowska.

















