Ein natürlicher und ein synthetischer Diamant (lab-grown) haben dieselbe chemische Struktur, dieselbe Härte und denselben Glanz, doch sie unterscheiden sich in Herkunft, Seltenheit und in der Art, wie sie ihren Wert über die Zeit bewahren. Ein Labordiamant kostet mitunter 50 bis 80 Prozent weniger als ein natürlicher Stein vergleichbarer Größe. Der natürliche Diamant dagegen, über Millionen von Jahren in der Erde geformt, bewahrt einen beständigen Wert und eine Einzigartigkeit, die sich in keinem Reaktor nachbilden lassen. Die Wahl zwischen beiden ist im Grunde eine Frage der Prioritäten: Preis und Größe oder Seltenheit und Symbolik.
Worin unterscheidet sich ein natürlicher Diamant von einem synthetischen?
Chemisch gibt es keinen Unterschied: Beide bestehen aus reinem Kohlenstoff in derselben Kristallstruktur und haben auf der Mohs-Skala dieselbe Härte. Der Unterschied liegt in ihrer Entstehung. Ein natürlicher Diamant bildet sich in etwa 150 bis 200 Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche, unter einem Druck von mehreren zehntausend Atmosphären und bei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Dieser Vorgang dauert zwischen hundert Millionen und mehr als drei Milliarden Jahren. Ein Labordiamant entsteht innerhalb weniger Wochen in einem Reaktor, meist im Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren (HPHT) oder durch chemische Gasphasenabscheidung (CVD). Er lässt sich in praktisch beliebiger Menge herstellen, auf Bestellung und unter kontrollierten Bedingungen. Genau dieser Unterschied in Zeitmaßstab und Angebot liegt allen weiteren Unterschieden zugrunde, beim Preis wie beim Werterhalt. Festzuhalten ist: Keiner dieser Unterschiede betrifft das Aussehen oder die Härte des Steins. Ein Labordiamant ist chemisch nicht „schlechter“ und nicht weniger kratzfest, er unterscheidet sich schlicht in seiner Herkunft und darin, wie viele Jahre Geschichte der Kristall in sich trägt, den Sie in der Hand halten.
Sieht man den Unterschied mit bloßem Auge?
Nein. Mit bloßem Auge und selbst unter einer üblichen Juwelierlupe lässt sich ein natürlicher Diamant nicht von einem synthetischen unterscheiden. Dafür braucht es Spezialgeräte, Spektroskopie oder die Analyse charakteristischer Wachstumslinien, die nur unter starker Vergrößerung in einem gemmologischen Labor sichtbar werden. Die einzige sichere und verlässliche Bestätigung der Herkunft eines Steins ist ein Gutachten. Das GIA-Gutachten eines Labordiamanten weist ihn ausdrücklich und eindeutig als „laboratory-grown“ aus, und diese Angabe ist nie stillschweigend vorausgesetzt oder im Kleingedruckten versteckt.
Diamanten aus dem Labor sind technisch bemerkenswert und wirklich schön, das spreche ich ihnen nicht ab. Doch die Natur lässt sich in einem Reaktor nicht nachbilden. Ein natürlicher Diamant trägt eine Seltenheit und einen beständigen Wert in sich, die keine Technik kopieren kann. Deshalb verdient ein Verlobungsring einen natürlichen Stein, den die Erde geformt hat.
Patrycja Procner, Gemmologin bei BELLER
Welcher Diamant behält seinen Wert besser?
An dieser Frage unterscheiden sich beide Möglichkeiten tatsächlich. Ein Labordiamant lässt sich in unbegrenzter Menge herstellen, und das von Jahr zu Jahr wachsende Angebot senkt seinen Marktpreis und seinen Wiederverkaufswert stetig. Bei natürlichen Diamanten setzt die Natur selbst dem Angebot Grenzen: Ein natürlicher Diamant lässt sich nicht „nachdrucken“, wenn die Nachfrage steigt. Deshalb haben natürliche Diamanten, besonders in höheren Reinheits- und Farbstufen, ihren Wert historisch bewahrt oder gesteigert, während synthetische Diamanten am Markt eher als Konsumgut denn als Wertgegenstand gelten. Wenn Sie an einen Ring denken, der eines Tages an die nächste Generation übergehen soll, hat dieser Unterschied eine praktische, nicht nur symbolische Bedeutung. Der Mechanismus gleicht dem bei jedem Gut, dessen Angebot sich beliebig erhöhen lässt. Je leichter sich ein weiteres Exemplar herstellen lässt, desto schwächer wird der Preis gestützt, was beim Kauf dem Käufer zugutekommt, bei einem späteren Wiederverkauf aber zum Nachteil wird. Ein natürlicher Diamant verhält sich umgekehrt: Jeder geförderte Stein stammt aus einem endlichen Vorrat, der nicht mehr wächst.
Welcher Diamant für die Verlobung?
Wenn bei einem bestimmten, begrenzten Budget ein größerer Stein im Vordergrund steht und Seltenheit und Werterhalt keine Rolle spielen, kann ein Labordiamant eine vernünftige Wahl sein. Zählen dagegen beständiger Wert, Authentizität und die Gewissheit, dass der Ring auch in zwanzig Jahren denselben seltenen, ursprünglichen Stein trägt wie am Tag des Kaufs, ist die Antwort ein natürlicher Diamant. Ab 0,30 ct gehört dazu ein GIA-Gutachten. Eine richtige Antwort für alle gibt es hier nicht, wohl aber die richtige Antwort für bestimmte Prioritäten. Bevor Sie sich entscheiden, stellen Sie sich drei Fragen. Erstens, ob Ihnen bei Ihrem Budget die größtmögliche Steingröße wichtiger ist oder die Seltenheit und Geschichte des Steins. Zweitens, ob der Ring nur für heute bestimmt ist oder über Jahrzehnte in der Familie bleiben soll. Drittens, ob der Wiederverkaufswert für Sie wirklich zählt oder allein der Moment, in dem Sie den Ring überreichen. Die Antworten auf diese drei Fragen weisen in der Praxis schneller die Richtung als ein Vergleich der reinen Steinparameter.
Warum arbeitet BELLER ausschließlich mit natürlichen Diamanten?
Bei BELLER bieten wir ausschließlich natürliche Diamanten an, und das ist eine bewusste Entscheidung, keine Frage der Verfügbarkeit. Wir arbeiten mit farblosen Diamanten der Farbe D-E und der Reinheit VVS1-VS1. Ein unabhängiges GIA-Gutachten erhält bei uns zusätzlich jeder Diamant ab 0,30 ct, und die Qualität kleinerer Steine bestätigen wir im BELLER-Zertifikat mit den Angaben eines Gemmologen: Farbe D-E, Reinheit VVS1-VS1. Ein Verlobungsring ist kein Gegenstand des Alltags: Er ist das Symbol eines Augenblicks, den es nur einmal im Leben gibt, und eines Versprechens, das Jahrzehnte überdauern soll. Jeder unserer Verlobungsringe entsteht auf Bestellung in unserer Goldschmiedewerkstatt, abgestimmt auf einen bestimmten Stein und eine bestimmte Geschichte, und kommt nicht aus dem Regal. Mehr über unseren Umgang mit Diamanten erfahren Sie auf der Seite Diamanten von BELLER. Das heißt nicht, dass wir die Argumente für synthetische Diamanten geringschätzen. Für manche Kunden, denen vor allem die Steingröße bei einem bestimmten Budget wichtig ist, ist das eine ehrliche und folgerichtige Wahl, nur eben nicht bei BELLER. Unsere Ringe entstehen aus einer einzigen Überzeugung: Ein Stein, den Sie einem Menschen einmal im Leben schenken, sollte so einmalig sein wie dieser Augenblick.
Häufige Fragen
Ist ein Labordiamant wirklich ein Diamant?
Ja, chemisch und physikalisch ist er derselbe Stoff wie ein natürlicher Diamant. Er unterscheidet sich ausschließlich in der Herkunft: Der natürliche ist in der Erde entstanden, der synthetische in einem Reaktor.
Wie unterscheidet man einen natürlichen von einem synthetischen Diamanten?
Mit bloßem Auge gar nicht. Der einzige sichere Weg ist ein gemmologisches Gutachten (etwa von GIA), das die Herkunft des Steins ausdrücklich angibt.
Gibt es auch für synthetische Diamanten (lab-grown) Gutachten?
Ja, renommierte Labore, darunter GIA, begutachten auch synthetische Diamanten und weisen sie eindeutig als „laboratory-grown“ aus.
Bietet BELLER synthetische Diamanten an?
Nein. BELLER arbeitet ausschließlich mit natürlichen Diamanten, bei farblosen Steinen in der Farbe D-E und der Reinheit VVS1-VS1. Ein unabhängiges GIA-Gutachten erhält bei uns jeder Diamant ab 0,30 ct, kleinere Steine erhalten ein BELLER-Zertifikat mit den Angaben eines Gemmologen unseres Hauses.

















